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Rezension von Dr. Andrej König

Moderne Heimerziehung heute. Band 4. Systemische Interaktionstherapie und unterstützende Methoden in der Praxis.

Hrsg.: Volker Rhein. FRISCHTEXTE Verlag Herne 2013. 267 Seiten. 29,95 €.

 

Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien zeigt, dass Elternaktivierung maßgeblich den Erfolg oder auch Misserfolg der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bestimmt. Im 4. Band „Moderne Heimerziehung heute“ liegt der Fokus auf der systemischen Interaktionstherapie (SIT) als einer Methode der elternaktivierenden Arbeit in der pädagogischen Praxis.

 

Im ersten Kapitel des 4. Bandes (S. 13 – 96) gehen die Autoren Michael Biene, Thomas Paluszek und Prof. Dr. Mathias Schwabe auf die therapeutische Haltung innerhalb des SIT-Ansatzes ein. Das im Bereich der Jugendhilfe entwickelte SIT-Modell zielt darauf ab Kindern und Jugendlichen eine optimale Förderung durch ihr familiäres oder professionelles Umfeld bieten zu können. Dies bedeutet aus Sicht der Autoren allerdings auch sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, dass pädagogische Hilfemaßnahmen zu einer Verschlechterung des Problems führen können. Vor dem Hintergrund aktueller wissenschaftlicher Diskurse zur Effektivität von Jugendhilfemaßnahmen ist dies ein bemerkenswerter und wichtiger Gedanke, der auch im pädagogischen Alltag oftmals übersehen wird. So wie kein Medikament ohne Risiken und Nebenwirkungen existiert, können auch pädagogische Interventionen das Risiko einer Destabilisierung der Eltern-Kind-Beziehung bergen. Darüber hinaus berücksichtigt das SIT-Modell die Kommunikationsprozesse innerhalb oder zwischen professionellen Systemen, wie beispielsweise Jugendämter, Schulen oder Kinder- und Jugendpsychiatrien.

 

 

Anhand einer Vielzahl von Praxisbeispielen wird im 4. Band genau dieser Prozess des kritischen Hinterfragens der eigenen pädagogischen Haltung und Arbeit in unterschiedlichen ambulanten und stationären Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe dargestellt.

 

Beispielsweise beschreibt Kristina Sollich sehr lebensnah die persönlichen Veränderungsprozesse, wie z.B. den professionellen Umgang mit eigener Ratlosigkeit und das zulassen von Unsicherheiten in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die ihr die Fortbildung im SIT-Grundkurs ermöglicht hat (S. 149 – 184).

 

Im letzten Kapitel „Kampf um Anerkennung – Eine sozialphilosophische Konflikt-Theorie und ihre Bedeutung für die Sozialpädagogik in der Jugendhilfe“ (S. 225 – 262) stellt Prof. Dr. Mathias Schwabe den theoretischen Ansatz von Axel Honneth vor und formuliert hierzu acht Thesen, die einen wichtigen Beitrag zu mehr Gelassenheit im Umgang mit Konflikten im pädagogischen Alltag leisten können: „Ohne Konflikte geht es nicht, nicht beim Aufwachsen, nicht zwischen Erwachsenen und Kindern und bestimmt nicht zwischen PädagogInnen in Erziehungshilfeeinrichtungen und den dort betreuten Kindern und Jugendlichen.“ (S. 253 – 254).

 

Im 4. Band „Moderne Heimerziehung heute“ herausgegeben von Volker Rhein, wird die systemische Interaktionstherapie aus der Praxis für die Praxis anhand lebensnaher Beispiele dargestellt. Für pädagogische Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe bietet das Buch somit eine Menge neuer und direkt umsetzbarerer Ideen, Methoden und Konzepte.

 

Dr. Andrej König

Funktion: Vertretungsprofessor
Sachgebiet: Methodenlehre und Forensische Psychologie
Org.-Einheit: FB Angewandte Sozialwissenschaften

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